Klaus Wethmar, Münster




 
Warum bin ich wieder dabei? (klicken Sie, um zum direkt Kommentar vom 01.07.14 zu gelangen.)
Nach meiner Überzeugung ist die Verteilung der Reichtümer auf der Welt ungerecht. Unser System ist darauf angelegt, diesen Zustand zu erhalten. Wir leben zu einem guten Teil auf Kosten der Armen. Wir beuten rücksichtslos unsere Resourcen aus und leben auf Kosten zukünftiger Generationen.
Aufgrund der Ereignisse der letzten Jahre, aber auch durch Erfahrungen, die schon länger zurückliegen ist meine Skepsis gegenüber unserem Finanzsystem gewachsen. Ich habe mich gefragt, wem die Banken dienen und wessen Interessen sie vertreten. Das Prinzip „Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren" wollte ich nicht mehr unterstützen.
Ein weiteres Schlüsselerlebnis war die Katastrophe von Tschernobyl 1986. Seit den 1970er Jahren habe ich mich gegen die Atomenergie eingesetzt weil ich sie für unverantwortbar halte, auch im Interesse derer, die nach uns kommen. So bin ich Windkraft und Sonnenenergie-Pionier geworden.
Auf der Suche nach Möglichkeiten, mein Geld in sinnvolle, umweltverträgliche und allgemeinnützige Projekte zu investieren bin ich auf Prokon gestoßen. Weil gelegentlich meine Ideale mit meinem wirtschaftlichen Denken in Konflikt geraten, stand ich der Anlageform „Genussrechte" skeptisch gegenüber. Das habe ich überwunden und mein Vertrauen hat gesiegt.
Mit der Philosophie von Carsten Rodbertus und seinen Visionen konnte ich mich identifizieren. Sein Bemühen, die Interessen der Anleger und der Mitarbeiter auf die gleiche Stufe zu stellen wie die des Unternehmens wollte ich unterstützen. Leider hat sich gezeigt, dass seine unternehmerischen Fähigkeiten unzureichend waren.
Als Freund von Prokon möchte ich dazu beitragen, dass das Unternehmen schwierige Phasen meistert und mit Hilfe „vieler Freunde von Prokon" als ökologisches und soziales Unternehmen Zukunft hat.
 
Warum bin ich wieder dabei?
 
Vor etwa 2 Monaten habe ich darum gebeten, mich von der Website der Freunde von Prokon e.V. zu löschen. Der Grund war die meiner Meinung nach bis zu diesem Zeitpunkt völlig unkritische Haltung des Vereins gegenüber Carsten Rodbertus, obwohl sich aus meiner Sicht bereits deutliche Anzeichen für seine mangelhafte Geschäftsführung zum Nachteil aller Genussrechtsinhaber gezeigt hatten.
Der Verein hat seine Position aufgrund der inzwischen zu Tage getretenen Realitäten geändert und nach meiner Einschätzung die richtigen Konsequenzen gezogen.
Aus diesem Grunde kann ich mich inzwischen wieder weitgehend mit den Zielen des Vereins identifizieren und möchte mit meinem Schritt, hier wieder aufzutreten, meine Gegenposition zu P.D. darstellen:
In einem Punkt stimme ich mit der Position von P.D. überein: Der Verein beurteilt die Lage des Unternehmens PROKON Regenerative Energien GmbH nicht mehr so, wie wir sie am 28. Dezember 2013 bei der Gründungsversammlung der Freunde von Prokon eingeschätzt haben. Aus der vorbehaltlosen Unterstützung für Carsten Rodbertus ist zu Recht eine sehr kritische Haltung geworden.
Wer seine persönliche Einschätzung seit Ende Dezember 2013 unverändert beibehält hat entweder zu wenige, oder völlig einseitige Informationen oder verschließt die Augen vor der Realität.
P.D. kann unsere Position gegenüber dem Insolvenzverwalter Herrn Dr. Penzlin nicht beurteilen. Die einzige Information, die ihm zur Verfügung steht, ist unsere Aussage, der Verein arbeite gut mit Dr. Penzlin zusammen. Wenn er daraus schließt, diese Zusammenarbeit sei unkritisch, bewegt er sich im Bereich der Spekulation. Wer die veröffentlichten Informationen des Insolvenzverwalters vorurteilsfrei liest und trotzdem von einer geplanten Zerschlagung des Unternehmens redet, betreibt Desinformation.
Carsten Rodbertus hat den Verein nach vielen Gesprächen aus seiner selbstherrlichen Position heraus als „zusammengewürfelten Haufen" bezeichnet, dessen Wirtschaftsfachleute ahnungslos seien, mit denen man nicht zusammenarbeiten könne. Die gewünschten Mitbestimmungsrechte des Vereins bei der Gestaltung der Zukunft lehnte Rodbertus mit fadenscheinigen Begründungen stets ab. Da waren Konsequenzen unvermeidlich.
 
Klaus Wethmar, 01.07.2014

Ur-Gründungsmitglied der Freunde von Prokon
zusammen mit Wolfgang Siegel und Volker Ensslen